Griechenland: Von Florina nach Athen

Von Bitola in Nordmazedonien nach Florina in Griechenland gibt es tatsächlich keine Busse, Personenzüge auf der mit EU-Geld sanierten Bahnstrecke auch nicht. Aber die Taxifahrer warten am Bahnhof von Bitola schon auf Backpacker, die sie über die Grenze bringen können. Schnell ist ein Taxifahrer gefunden und ein Preis ausgehandelt.

In Florina spazieren wie gemütlich durch die Innenstadt, bis wir feststellen: Wir müssen uns beeilen, um den Zug zu bekommen, wir sind jetzt ja in einer anderen Zeitzone. Am Endbahnhof angekommen, steht der Zug schon bereit: Ein Hellenic Train der Baureihe 621, unschwer zu erkennen als MAN-Fahrzeug, das der deutschen Baureihe 614 ähnelt.

Die Bahnstrecke von Florina nach Plati ist eine sehr schöne. Über hohe Eisenviadukte und an einem großen Stausee entlang schlängelt sich der Triebwagen hinab ins Tiefland. Da gibt er am Ende dann nochmal richtig Gas, bevor er vor Platy in die Hauptstrecke Thessaloniki – Athen einbiegt. Der MAN fährt weiter nach Thessaloniki, wir warten auf den IC nach Athen.

Der lokbespannte IC ist bequem und schnell. Zumindest so lange, bis er an einem Bahnsteig im Nirgendwo lange zum Halten kommt. Die griechischen Durchsagen verstehen wir nicht. Wir sehen, wie die Sonne hinter dem Olymp verschwindet und sich unsere Mitreisenden auf dem Bahnsteig die Füße vertreten. Sollen wir jetzt schlechte Laune bekommen? Nein, wir gehen in den Speisewagen, um eine Flasche Rotwein zu bekommen. Der Speisewagen – mit alten Monitoren an der Wand und Einzelsitzen, die man verrücken kann – enttäuscht nicht. Wir müssen zwar den Rotwein aus Plastikbechern trinken, aber jetzt stört es uns überhaupt nicht mehr, dass wir wohl erst gegen Mitternacht in Athen ankommen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 





Von oben betrachtet ist Athen ein unschuldiges, ruhiges, schönes, weißes Häusermeer. Aber wehe, man geht nach unten. Hier wurde die Demokratie erfunden. Aber das ist lange her. Die Gebäude von damals sind teilweise deutlich besser in Schuss als manch modernes Gebäude. Hier wird immer wieder viel investiert, aber es wird nichts gepflegt. Nicht die Straßen, nicht die Busse, nicht unser Hotelzimmer, nicht die Olympia-Spielstätten von 2014. Die Stadt ist einfach durch. Wir auch, nach einem Tag schwüler Athener Hitze. Immerhin: die U-Bahn - die in Patras ein kleines, feines Museum hat - und die kürzlich eröffnete Straßenbahn in Patras sind gut gepflegt und klimatisiert. Aber die nächsten Tage auf dem Peloponnes wird es hoffentlich etwas kühler.